Auftragslage beflügelt Raumausstatter trotz politischen Handicaps

Nordhessen. Die Auftragslage im nordhessischen Raumausstatter- und Sattler-Handwerk ist gut. „Individuelle Handwerksarbeit ist gefragt. Die Investitionen in Immobilien beflügeln auch die Raumausstatterbetriebe: Gardinen, Wandbespannungen, Tapezierarbeiten, Sonnenschutz, Stores, Fußboden, Polsterarbeiten u. a. sind gut gefragt“, sagte Obermeisterin Christina Schöllhorn (Felsberg-Gensungen) auf der Jahreshauptversammlung der Raumausstatter- und Sattler-Innung Hessen-Nord in Kassel.

„Wir sehen mit Zuversicht die Entwicklung in diesem Jahr. Einen Abschwung wie in anderen Branchen erkennen die Innungsfachbetriebe im Raumausstatter-Handwerk nicht“, sagte Schöllhorn. Die gute Arbeit der Innungsfachbetriebe werde von den Kunden geschätzt. Im Meisterfachbetrieb erhalten Kunden ordentliche Leistung für ihr Geld, sagte die Obermeisterin. Mit Sorge sehen die Meisterfachbetriebe den künstlich erzeugten Wettbewerb. Die Politik habe mit dem Wegfall der Meisterpflicht zu einer deutlichen Verwerfung auf dem Markt beigetragen. Letztlich hat der Staat für die Abschaffung eines Qualitätsstandards gestimmt und das Tor für selbsternannte Raumausstatter geöffnet, um Unternehmensgründungen zu fördern und den Markt zu beleben. Die Zahl der Auszubildenden ist seither ebenso rückläufig wie auch die Zahl der Meisterschüler. Aus Sicht der Innungsfachbetriebe habe das Vorgehen deutlich gezeigt, dass nicht in jedem Fall die Liberalisierung der Märkte Erfolg verspricht. Dieser Versuch ist eindeutig gescheitert, sagte Christina Schöllhorn und forderte die Wiedereinführung der Meisterpflicht als nötige Korrektur, um noch mehr Pfusch zu verhindern.

Ehrungen
Für ihre besonderen Verdienste im Raumausstatter- und Sattlerhandwerk ehrte der Zentralverband Raum und Ausstattung (ZVR) Christina Schöllhorn (Felsberg-Gensungen) mit der Ehrennadel in Gold, Stephan Hollstein (Kassel) und Helmut Best (Sachsenhausen) mit der Ehrennadel in Silber. Schöllhorn ist bereits seit 1996 im Innungsvorstand aktiv. 2001 wurde sie zur stv. Obermeisterin und 2006 zur Obermeisterin der Innung Schwalm-Eder gewählt. Nach der Fusion mit der Innung Waldeck-Frankenberg 2012 und mit der Innung Kassel 2014 wurde sie jeweils zur Obermeisterin der neuen Innung gewählt. Stephan Hollstein (Kassel) ist seit 1999 in der Innung aktiv und seit 2011 stellvertretender Obermeister, zunächst in der Innung Kassel und seit 2014 stellvertretender Obermeister der Innung Nordhessen. Helmut Best ist seit 1994 im Innungsvorstand der Innung Waldeck-Frankenberg. Von 2002 bis 2012 war er stellvertretender Obermeister. Nach der Fusion 2012 wurde er erneut zum stellvertretenden Obermeister gewählt. Wolfgang Scholz, stellvertretender Geschäftsführer der Innung, gratulierte im Namen des Verbandes und der Innung und dankte für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Handwerksorganisation. Ohne diesen Einsatz könnten wichtige Aufgaben wie die Innungsarbeit oder die Ausbildung und Prüfung nicht vor Ort abgewickelt werden. „Der ehrenamtliche Einsatz fördert den Gemeinsinn und hilft Berufskollegen, Auszubildenden und Mitarbeitenden. Dafür sagen wir heute danke“, sagte Scholz. Die Glückwünsche und die Jubiläumsurkunde überbrachte Scholz auch zum 100-jährigen Betriebsjubiläum der Raumausstattung Lösbrock GmbH in Fritzlar.
www.raumausstatter-nordhessen.de

Bild: Ehre für verdiente Raumausstatter: Franz Lösbrock, Helmut Best, Christina Schöllhorn und Stephan Hollstein (v.l.n.r). Es gratulieren Ehrenobermeister Bruno Stransky und Vorstandsmitglied Marc Hornig (3. und 2. v. l.)
Foto: Wolfgang Scholz
   

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